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Roboter zum automatischen Verpacken von Gläsern und Dosen
Roboter zum automatischen Verpacken von Gläsern und Dosen
Steigende Personalkosten, fehlende Arbeitskräfte und immer anspruchsvollere Verpackungsvorgaben stellen Lebensmittelhersteller vor neue Herausforderungen.
Besonders am Ende der Produktionslinie entstehen häufig Prozesse, die noch immer viel Personal benötigen: Gläser oder Dosen werden gruppiert, in Kartons oder Trays eingesetzt, mit Zwischenlagen versehen, verschlossen und anschließend palettiert.
Eine robotergestützte Verpackungslösung kann diese wiederkehrenden Arbeitsschritte automatisieren und gleichzeitig deutlich mehr Flexibilität bei den Verpackungsformaten ermöglichen.
Warum wird die End-of-Line-Automatisierung immer wichtiger?
Während Abfüllung, Verschließung und Etikettierung in vielen Betrieben bereits automatisiert sind, wird die Endverpackung häufig noch manuell ausgeführt.
Mitarbeiter übernehmen beispielsweise:
- das Gruppieren der Gläser oder Dosen,
- das Einsetzen der Produkte in Kartons oder Trays,
- das Bilden mehrerer Verpackungslagen,
- das Einlegen von Karton- oder Papierzwischenlagen,
- die Vorbereitung von Mischkartons,
- das Verschließen der Verpackungen,
- die Übergabe an die Palettierung.
Diese Tätigkeiten sind körperlich belastend, monoton und personalintensiv. Gleichzeitig müssen sie zuverlässig mit der Leistung der vorgelagerten Produktionslinie Schritt halten.
Ein Verpackungsroboter übernimmt diese Aufgaben reproduzierbar und kann individuell an die Produkte, Gebindeformen und Verpackungsmuster eines Herstellers angepasst werden.
Wie funktioniert ein Roboter zum Verpacken von Gläsern und Dosen?
Nach der Etikettierung werden die fertigen Gläser oder Dosen über Förderbänder zum Gruppiersystem transportiert.
Das Gruppiersystem ordnet die Verpackungen entsprechend dem gewünschten Kartonformat an. Mögliche Konfigurationen sind beispielsweise:
- 2 × 3 Verpackungen,
- 3 × 2 Verpackungen,
- 4 × 2 Verpackungen,
- 3 × 3 Verpackungen,
- mehrere Verpackungslagen,
- kundenspezifische Formationen.
Sobald die Gruppe vollständig vorbereitet ist, nimmt der Roboter die Verpackungen mit einem speziell entwickelten Greifsystem auf und setzt sie in einen Karton, ein Tray oder eine andere Sammelverpackung ein.
Je nach Produkt und Verpackung kann der Roboter mit unterschiedlichen Greiftechnologien ausgestattet werden. Bei Gläsern und Dosen kommen häufig Sauggreifer oder individuell konstruierte Kombinationsgreifer zum Einsatz.
Unterschiedliche Produkte in einem Karton kombinieren
Eine besondere Herausforderung für viele Lebensmittelhersteller sind sogenannte Mischkartons oder Mix Packs.
Handelsketten verlangen zunehmend Gebinde, in denen mehrere Produktvarianten gemeinsam enthalten sind. Ein Karton kann zum Beispiel bestehen aus:
- zwei Gläsern Geflügelpastete,
- zwei Gläsern Rindfleischpastete,
- zwei Gläsern Wild- oder Kaninchenpastete.
Auch verschiedene Sorten von Saucen, Aufstrichen, Fertiggerichten oder Gemüsekonserven können in einer Verkaufseinheit kombiniert werden.
Dafür werden die unterschiedlichen Produkte zunächst über ein Verteilsystem den entsprechenden Gruppierstationen zugeführt. Anschließend stellt das System das gewünschte Sortiment zusammen, bevor der Roboter die komplette Gruppe in die Verpackung einsetzt.
So können Mischgebinde bereits im Produktionsbetrieb vorbereitet werden. Der Handel erhält eine fertige Verkaufseinheit, die direkt in das Regal gestellt oder als Display genutzt werden kann.

Verpacken in mehreren Lagen mit automatischen Zwischenlagen
Neben einlagigen Verpackungen können auch Gebinde mit mehreren Ebenen realisiert werden.
Ein typischer Ablauf sieht folgendermaßen aus:
- Das Gruppiersystem bereitet die erste Lage vor.
- Der Roboter nimmt die gruppierten Gläser oder Dosen auf.
- Die erste Lage wird in den Karton eingesetzt.
- Eine Karton- oder Papierzwischenlage wird automatisch zugeführt.
- Der Karton wird erneut in die Beladeposition gebracht.
- Der Roboter setzt die zweite Produktlage ein.
- usw.
Das Zwischenlagenmagazin und die entsprechende Applikation werden individuell in die Roboterzelle integriert.
Mehr als nur ein Industrieroboter
Ein häufiger Denkfehler besteht darin, lediglich einen Roboter zu betrachten.
Der Roboter allein löst den Verpackungsprozess noch nicht.
Entscheidend ist die komplette Anwendung, bestehend aus:
- Produktzuführung,
- Fördertechnik,
- Vereinzelung,
- Produkterkennung,
- Gruppiersystem,
- Kartonzuführung,
- Zwischenlagenmagazin,
- individuell entwickeltem Greifer,
- Sicherheitszelle,
- Steuerung,
- Programmierung,
- Integration in die bestehende Produktionslinie.
Die eigentliche Leistung liegt deshalb nicht im Kauf des Roboters, sondern in der Entwicklung einer funktionierenden Gesamtapplikation.
Jede Lösung muss auf die verwendeten Gläser oder Dosen, die Linienleistung, die Kartonformate und die gewünschten Produktkombinationen abgestimmt werden.
Komplette Automatisierung nach Pasteurisation oder Sterilisation
Die Roboterverpackung kann Bestandteil einer größeren End-of-Line-Lösung sein.
Nach der Pasteurisation oder Sterilisation können die Gläser oder Dosen beispielsweise folgende Prozessschritte durchlaufen:
1. Automatischer Austrag
Die thermisch behandelten Verpackungen werden aus dem Pasteur oder Autoklaven entnommen und der weiteren Verarbeitung zugeführt.
2. Reinigung der Verpackungen
In einer Reinigungsanlage werden Produktreste und Verschmutzungen von den Außenflächen entfernt.
Je nach Anwendung kann die Anlage über getrennte Wasch- und Spülzonen verfügen.
3. Trocknung
Nach der Reinigung entfernen spezielle Luftdüsen das Wasser von den Gläsern oder Dosen.
Eine zuverlässige Trocknung ist insbesondere vor der Etikettierung wichtig, damit Etiketten sicher haften und keine Feuchtigkeit in die nachfolgenden Verpackungsprozesse gelangt.
4. Etikettierung
Die gereinigten und getrockneten Verpackungen werden etikettiert.
Bei mehreren Produkten kann ein Verteilsystem die Gläser oder Dosen auf unterschiedliche Etikettiermaschinen oder Produktionsspuren aufteilen.
5. Gruppierung
Nach der Etikettierung werden die Produkte entsprechend dem gewünschten Verpackungsformat gruppiert.
6. Robotergestützte Kartonverpackung
Der Roboter nimmt die vorbereiteten Produktgruppen auf und setzt sie in Kartons oder Trays ein.
7. Verschließen und Folieren
Die fertigen Kartons können automatisch verschlossen oder mit Folie umhüllt werden.
8. Palettierung
Ein weiterer Roboter kann die fertigen Verkaufseinheiten auf Paletten stapeln und für den Versand vorbereiten.
Welche Produkte können automatisch verpackt werden?
Die Lösung eignet sich unter anderem für:
- Fleischprodukte im Glas,
- Pasteten,
- Brotaufstriche,
- Fischprodukte,
- Paprikapasten,
- Fertiggerichte,
- Suppen,
- Saucen,
- Gemüsekonserven,
- eingelegte Produkte,
- Marmeladen,
- Senf,
- Dressings,
- Tiernahrung,
- Produkte in Konservendosen.
Entscheidend ist nicht nur das Produkt, sondern vor allem die Form, das Gewicht und die Stabilität der verwendeten Verpackung.

Gläser und Dosen mit demselben System verpacken
Eine Roboterzelle kann grundsätzlich für verschiedene Verpackungsarten konzipiert werden.
Mit passenden Greifern und gespeicherten Produktprogrammen lassen sich beispielsweise sowohl Gläser als auch Dosen verarbeiten.
Bei einem Formatwechsel werden die entsprechenden Einstellungen über die Steuerung ausgewählt. Abhängig von der Ausführung können zusätzliche mechanische Formatwechsel oder ein Austausch des Greifers erforderlich sein.
Dadurch bleibt die Anlage auch bei wechselnden Produkten, saisonalen Sortimenten und unterschiedlichen Kundenanforderungen flexibel.
Vorteile einer robotergestützten Verpackungslösung
Eine gut geplante Roboteranlage bietet Lebensmittelherstellern mehrere Vorteile:
- geringerer Bedarf an manueller Arbeit,
- Entlastung der Mitarbeiter von monotonen Tätigkeiten,
- gleichmäßige und reproduzierbare Verpackungsabläufe,
- flexible Verpackungsmuster,
- automatische Erstellung von Mischkartons,
- Verarbeitung mehrerer Produktvarianten,
- Integration von Zwischenlagen,
- höhere Prozesssicherheit,
- bessere Planbarkeit der Produktionsleistung,
- Erweiterbarkeit um Kartonierer und Palettierroboter.
Wie groß die tatsächliche Einsparung ist, hängt von der bisherigen Arbeitsweise, der Linienleistung, dem Schichtmodell und den verwendeten Verpackungsformaten ab.
Eine belastbare Wirtschaftlichkeitsberechnung sollte deshalb immer auf Grundlage der realen Produktionsdaten erfolgen.

Wann lohnt sich ein Verpackungsroboter?
Eine Automatisierung ist besonders interessant, wenn:
- mehrere Mitarbeiter dauerhaft an der Endverpackung beschäftigt sind,
- offene Stellen nur schwer besetzt werden können,
- die Produktion im Mehrschichtbetrieb läuft,
- häufig dieselben Verpackungsmuster produziert werden,
- Handelsketten Mischkartons verlangen,
- verschiedene Produkte parallel verarbeitet werden,
- die Leistung der Abfülllinie durch die manuelle Verpackung begrenzt wird,
- Verpackungsfehler oder ungleichmäßige Gebinde vermieden werden sollen,
- eine Erweiterung der Produktionskapazität geplant ist.
Auch bei kleineren und mittleren Produktionsleistungen kann eine Roboterlösung sinnvoll sein, wenn sie modular aufgebaut und exakt auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt wird.

Auch die Zuführung leerer Gläser und Dosen lässt sich automatisieren
Nicht nur die Endverpackung bietet Potenzial für Robotik.
Am Anfang der Produktionslinie müssen leere Gläser oder Dosen häufig noch manuell von Paletten genommen und auf einen Puffertisch oder ein Förderband gestellt werden.
Diese Arbeit ist körperlich anstrengend und bindet dauerhaft Personal.
Ein Depalettierroboter kann die leeren Verpackungen lagenweise oder gruppenweise von der Palette aufnehmen und automatisch auf die Linie setzen.
Der Mitarbeiter übernimmt dann nur noch vorbereitende Tätigkeiten, beispielsweise das Entfernen der Folie oder der Transportsicherung.
Damit kann die Automatisierung vom Einlauf der leeren Verpackungen bis zur fertigen Versandpalette durchgängig geplant werden.
Individuelle Roboterlösungen für die Lebensmittelindustrie
Machines4FoodIndustry entwickelt gemeinsam mit seinen Partnern kundenspezifische Lösungen für das automatische Handling und Verpacken von Gläsern und Dosen.
Dabei betrachten wir nicht nur den Roboter, sondern den kompletten Prozess:
- Welche Produkte sollen verarbeitet werden?
- Welche Glas- oder Dosenformate werden verwendet?
- Welche Leistung pro Stunde ist erforderlich?
- Welche Karton- oder Trayformate sind vorgesehen?
- Werden Mischkartons benötigt?
- Wie viele Verpackungslagen sollen gebildet werden?
- Müssen Zwischenlagen automatisch eingelegt werden?
- Soll die Lösung später erweitert werden?
- Wie wird die Anlage in die bestehende Produktion integriert?
Auf dieser Grundlage entsteht eine auf den Produktionsbetrieb abgestimmte Roboterapplikation.
Sie möchten Gläser oder Dosen automatisch verpacken?
Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welche Prozessschritte automatisiert werden können und welche Lösung wirtschaftlich zu Ihrer Produktion passt.
Senden Sie uns dazu idealerweise:
- Fotos oder Videos des heutigen Verpackungsprozesses,
- Abmessungen und Gewicht der Gläser oder Dosen,
- gewünschte Leistung pro Stunde,
- aktuelle Verpackungsmuster,
- Maße der Kartons oder Trays,
- Beispiele gewünschter Mischgebinde,
- Angaben zum vorhandenen Platz.
Weitere Informationen und Kontakt:
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